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Fast jeder dritte Schüler ist ein Mobbing-Opfer

Erstellt am 31. Juli 2009, zuletzt geändert am 24. März 2010

Immer mehr Kinder leiden unter den Schikanen von Klassenkameraden, jedes zehnte erfährt sogar Gewalt

“Opfer” – das Modewort aus der Jugendsprache ist kennzeichnend für eine traurige Entwicklung: Mobbing ist nicht nur am Arbeitsplatz ein Thema, sondern zunehmend auch in Deutschlands Klassenzimmern. Laut einer Studie der Leuphana Universität Lüneburg wurde fast jeder dritte Schüler (31,2 Prozent) schon von Klassenkameraden schikaniert. Körperliche Gewalt im Schulumfeld hat beinahe jeder zehnte Schüler (9,7 Prozent) erlitten.

Als Mobbing-Täter sehen sich demnach 37,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen. 15 Prozent gaben an, sogar körperliche Gewalt gegen Mitschüler eingesetzt zu haben. Besonders häufig scheinen Jungen Gewalt einzusetzen. Jeder fünfte (21,5 Prozent) sagte, schon einmal handgreiflich geworden zu sein. Bei den Mädchen sind es hingegen nur 6,5 Prozent.

Bedrängte Schüler haben der Studie zufolge häufiger gesundheitliche Probleme. 14 Prozent der Mobbingopfer leiden regelmäßig unter Beschwerden wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen oder Schlafstörungen. Bei den nicht bedrängten Schülern sind es nur vier Prozent.

Betroffene benutzen außerdem doppelt so häufig Vermeidungsstrategien. 30 Prozent der Mobbingopfer gaben an, sich eher zurückzuziehen und sich Probleme nicht anmerken zu lassen. Auch das Sozialverhalten Gemobbter unterscheidet sich von dem der anderen Schüler. 12 Prozent unternehmen nach eigenen Angaben nie oder selten etwas mit Freunden, bei den nicht betroffenen Schülern sind dies nur 4,3 Prozent.

Im Auftrag der DAK befragten die Autoren der Studie 1859 Schüler zwischen zehn und 18 Jahren zu ihren Erfahrungen in den vergangenen drei Monaten. Teilnehmer waren eine Haupt- und Realschule sowie jeweils zwei Gesamtschulen, Gymnasien und berufsbildende Schulen in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen.

Quelle: dpa / Gesundheitpro

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